Washington, D.C. wird am 8. August 2025 zum Schauplatz eines bedeutenden trilateralen Gipfels.
US-Präsident Donald Trump empfängt Armeniens Premierminister Nikol Pashinyan sowie Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev.
Im Fokus steht eine mögliche historische Friedensvereinbarung zwischen den beiden Staaten nach jahrzehntelangem Konflikt um Bergkarabach.
Hintergrund des Gipfels
Bereits im Juli 2025 trafen sich beide Staatschefs in Abu Dhabi zu ersten Vorgesprächen.
Die Grundlage dafür war ein Entwurf eines Friedensabkommens, der bereits im März vorgelegt wurde.
Zwei zentrale Themen verhindern jedoch bislang einen endgültigen Durchbruch: die Verfassungspräambel Armeniens und die Korridorfrage.
Wesentliche Streitpunkte
Verfassungsfrage
Aserbaidschan fordert von Armenien die Änderung seiner Verfassung, in der weiterhin Bezug auf Bergkarabach genommen wird.
Premierminister Pashinyan hat ein Referendum angekündigt, doch bisher gibt es weder ein Datum noch eine breite politische Zustimmung.
Hinzu kommt der Zeitdruck durch die bevorstehenden Parlamentswahlen in Armenien im Juni 2026.
Korridorfrage
Ein Transitkorridor durch armenisches Staatsgebiet soll Aserbaidschan mit seiner Exklave Nachitschewan verbinden.
Aserbaidschan verlangt freien Zugang ohne Kontrolle durch Armenien.
Armenien hingegen besteht auf staatliche Kontrolle und verweist auf nationale Souveränität.
Die USA haben signalisiert, bei der Verwaltung des Korridors unterstützen zu wollen, doch in Jerewan bleibt die Skepsis groß.
Gipfelziele und Erwartungen
Memorandum of Understanding
Es wird erwartet, dass beim Gipfel ein Memorandum of Understanding unterzeichnet wird.
Dieses wäre zwar nicht rechtsverbindlich, hätte jedoch symbolischen und diplomatischen Wert als gemeinsames Bekenntnis zur weiteren Annäherung.
Rolle der USA
Der Gipfel findet ohne Beteiligung Russlands statt und unterstreicht damit den wachsenden Einfluss der USA im Südkaukasus.
Viele Analysten sehen dies als geopolitische Neuausrichtung Armeniens in Richtung Westen.
Ausblick
Ein erfolgreicher Gipfel in Washington könnte den jahrzehntelangen Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan entscheidend entschärfen.
Ein Friedensabkommen würde nicht nur die Sicherheit in der Region stärken, sondern auch wirtschaftliche Perspektiven für beide Länder eröffnen.
Gleichzeitig bleibt der Weg dorthin politisch wie praktisch anspruchsvoll. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob der politische Wille beider Seiten stark genug ist, um Kompromisse einzugehen.
